Einsatzberichte u. Nachrichten

Aktuelle Meldungen der Kreisfeuerwehr und der Feuerwehren im Landkreis Leer...

Die wohl größte Personensuche der letzten Jahrzehnte im Landkreis Leer

Ein Rückblick auf einen zweitägigen Einsatz mit mehr als 350 Einsatzkräften

Am Morgen des 12. Januar 2021 geht eine Vermisstenmeldung bei der Polizei in Leer ein. Eine 81-jährige Frau aus Nortmoor wird vermisst. Die ältere Dame litt unter einer bekannten Demenz und einer Vorerkrankung am Herzen. Die Polizei startete sofort eine großangelegte Suche mit div. Streifenwagen, speziell ausgebildeten Fährtenhunden und sogar der Polizeihubschrauber aus Rastede kam zum Einsatz.



Gegen Mittag entschied sich die Einsatzleitung der Polizei dann, die Feuerwehr zu dem Einsatz dazu zu holen. Die Ortsfeuerwehren Nortmoor und Filsum wurden zunächst alarmiert. Schnell war klar, dass weitere Kräfte erforderlich sind. Weil der Logabirumer Wald als möglicher Fundort in Betracht kam und es auch ehemalige Arbeits- und Wohnanschriften der Frau in Logabirum und Loga gab, wurde dann die Feuerwehr Loga alarmiert. Wenig später folgte auch eine Alarmierung der Feuerwehren aus Brinkum und Holtland, dann auch in dieses Einsatzgebiet hätte die Dame fußläufig schnell gelangen können.


In der Samtgemeinde Jümme wurde am Feuerwehrhaus Nortmoor die Einsatzleitung eingerichtet. Zudem suchten die Feuerwehren im Umfeld der Wohnanschrift und an möglichen Laufwegen. In der Samtgemeinde Hesel wurde die Ortschaft Brinkum sowie große Teile von Meerhausen und auch Holtland abgesucht.


In der Stadt Leer erweiterte die Feuerwehr Loga den Einsatzabschnitt und alarmierte weitere Kräfte der Feuerwehren aus Heisfelde, Nüttermoor und Leer um den gesamten Logabirumer Wald und die Maiburger Straße nach der Vermissten abzusuchen. Bei der Suche der Fußtrupps kamen diverse Wärmebildkameras zum Einsatz.

Neben den Hunden der Polizei kam auch die Rettungshundestaffel des DRK Aurich zum Einsatz. Die Hunde suchten ebenfalls im Wald nach der älteren Dame. Nach dem Hubschrauber der Polizei kam weitere Hilfe aus der Luft in Form von Drohnen. Die Drohneneinheiten der Kreisfeuerwehr Leer, der Feuerwehr Wiesmoor, der Feuerwehr Warsingsfehn, der Werkfeuerwehr der MeyerWerft sowie der Kreisfeuerwehr Cloppenburg waren mit mehr als 10 Fluggeräten, u.a. mit Wärmebildkameras ausgestattet im Einsatz.


Auch nach Einbruch der Dunkelheit ging der Einsatz weiter. Inzwischen waren mehr als 350 Einsatzkräfte auf der Suche nach der 81-jährigen. Am Abend sorgte dann ein konkreter Hinweis eines Bürgers für eine Änderung der Lage. Angeblich wurde die Vermisste am späten Nachmittag in Hesel gesehen. Ein Hund der Polizei konnte eine vermeintliche Fährte erschnüffeln, verlor diese aber vermutlich aufgrund der Wetterverhältnisse.


Aufgrund dieses Hinweises wurde dann die Einsatzleitung nach Holtland verlegt und in der Samtgemeinde Alarm für alle Feuerwehren gegeben. In der Samtgemeinde Hesel wurde dann fast jeder Stein einmal umgedreht. Gegen 23:30 Uhr waren alle Gebiete abgesucht, weitere Hinweise gab es zunächst nicht und die Suche wurde erst einmal eingestellt.


Am Morgen des 13.01. lagen wieder neue Hinweise vor, welches die Polizei erneut veranlasste die Feuerwehren mit ins Boot zu holen. So wurde die Suche um 09:47 Uhr durch die Feuerwehr wieder aufgenommen. Es wurden alle Feuerwehren der Samtgemeinde Jümme, sowie die Feuerwehr Loga alarmiert. Es wurden neue Suchgebiete rund um den Wohnort der Vermissten festgelegt, die dann systematisch auf denen Quadratmeter abgesucht wurden. Zu den Feuerwehren war auch eine Gruppe Jäger mit in die Suche eingebunden. An diesem Mittwoch waren wieder mehr als 100 Kräfte unterwegs.


Am Nachmittag entdeckte dann ein Suchtrupp den leblosen Körper der Frau in einem Graben im Bereich der Kampstraße/Gählenweg. Für die eingesetzten Feuerwehren endete damit einer der größten Sucheinsätze der Feuerwehren im Landkreis Leer der letzten Jahrzehnte. Die genauen Umstände des Wegverlaufs und des Ablebens der 81-jährigen sind nun Bestandteil von Ermittlungen durch spezielle Sachbearbeiter der Polizei.


Dieser Großeinsatz, der mit über 350 Einsatzkräften, in der Spitze, über drei Gemeinden hinweg an diesem Dienstag und Mittwoch bearbeitet wurde, zeigt, auch wenn das Ergebnis sicherlich schöner hätte sein können, eindrucksvoll die gute Zusammenarbeit zwischen der Polizei, der Feuerwehr sowie der unterschiedlichsten Spezialeinheiten.


Nicht direkt an der Suche beteiligt, aber dennoch unerlässlich war der Fachzug Logistik der Kreisfeuerwehr Leer. Die Logistiker haben an beiden Tagen die Einsatzkräfte mit Kalt- und Warmgetränke und mit Broten und warmen Essen versorgt.



Bilder: Feuerwehr Loga / Frank Loger

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