Dramatische Szenen in Leeraner Emstunnel – Feuerwehren proben den Ernstfall auf der A31


Leer - Am Samstag hat die Feuerwehr eine Notfall- und Einsatzübung im Emstunnel durchgeführt. Für diese Übung wurde der Tunnel am Samstagmorgen gegen 8 Uhr voll gesperrt. Rund 80 Einsatzkräfte aus sieben Feuerwehren und einer Sanitätsbereitschaft nahmen an der Übung teil. Das Szenario: In der Nordröhre des Emstunnels auf der Autobahn 31 war es zu einem Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen gekommen. Eines der beiden verunfallten Kleinwagen war dabei auf die Seite geschleudert worden. Das zweite Fahrzeug hatte im Bereich des Motorraums zu brennen angefangen. In beiden Fahrzeugen waren jeweils zwei Personen eingeklemmt, bzw. eingeschlossen. Hinter der Unfallstelle hatte sich rasch ein Rückstau gebildet. Die Brandmeldeanlage des Emstunnels wurde durch das Entnehmen eines Feuerlöschers aus einer Notfallnische automatisch ausgelöst. Die Feuerwehren Leer und Bingum wurden daraufhin alarmiert. Zeitgleich erfolgte auch die Alarmierung des Einsatzleitwagens aus Loga und des LUF (Löschroboters) der Kreisfeuerwehr aus Jemgum. Um die Gefahren bei der Einsatzfahrt gering zu halten, starteten alle Einsatzkräfte aus einem Bereitstellungsraum in der Nähe des Emstunnels. Nach einer ersten Erkundung stand fest, dass sich noch vier Personen in den verunfallten PKW befinden. Zudem waren noch einige Personen in den Fahrzeugen im Rückstau sitzen geblieben. Sie waren Anweisungen der, nicht zu überhörenden Notfallansage, nicht gefolgt. Weitere Personen irrten orientierungslos durch die Nordröhre. Aufgrund des PKW Brandes war ein Einsatz in der betroffenen Nordröhre nur unter Atemschutz möglich. Die Alarmstufe wurde weiter erhöht und die Wehren aus Heisfelde, Loga, Nüttermoor und Logabirum sowie eine Sanitätsbereitschaft alarmiert. Die Einsatzkräfte führten die nicht eingeklemmten Personen in die sichere Südröhre und begleiteten sie dann ins Freie. Zeitgleich rückte die Feuerwehr mit einem Fahrzeug (alle Insassen waren mit Atemschutz ausgerüstet) und dem LUF in die Röhre vor. Wegen des Rückstaus mussten dann aber alle Materialen und Gerätschaften noch rund 100 Meter bis zur Einsatzstelle getragen werden. Im Erstangriff wurde zunächst das Feuer gelöscht. Für die eingeschlossenen hatten die Feuerwehrleute Atemschutzmasken und Fluchthauben mit zur Unfallstelle gebracht. Im weiteren Verlauf musste dann eine technische Rettung durchgeführt werden. Die Feuerwehren aus Leer, Bingum und Loga gingen dafür mit schwerem hydraulischem Rettungsgerät vor. Da durch die Lüftungsanlage im Tunnel die Röhre inzwischen rauchfrei war, konnten die weiteren Arbeiten ohne Atemschutz ausgeführt werden. Nach und nach konnten die eingeklemmten befreit und an die Rettungskräfte übergeben werden. Die Verletzten, alle gespielt von Feuerwehrleuten aus Ihrhove, wurden dann im Ostportal des Tunnels in einem Zelt der Sanitätsbereitschaft erstversorgt und für einen Weitertransport stabilisiert. Nach rund zwei Stunden war die Übung dann beendet und die Aufräumarbeiten konnten beginnen. Gegen 13:15 Uhr konnte die Vollsperrung dann aufgehoben und der Tunnel für den Verkehr wieder freigegeben werden. Zahlreiche Gäste nahmen als Beobachter an der Einsatzübung teil. Unter ihnen auch Landrat Matthias Grote, Erster Kreisrat Rüdiger Reske, Leers Bürgermeisterin Beatrix Kuhl sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Straßenbehörde. Übungsleiter und Stadtbrandmeister Jan Doosje, zeigte sich am Ende der Übung durchaus zufrieden. Seit der letzten Übung vor 5 Jahren wurden einige Abläufe verbessert und auch die technische Ausstattung des Tunnels wurde erweitert. In den Bereichen Kommunikation und der Zusammenarbeit der Feuerwehren sind noch einzelne Punkte aufgefallen, die es in der Zukunft zu verbessern gilt. Eine Auswertung der gesamten Übung unter Beteiligung aller Verantwortlichen, der Beobachter und der einzelnen Gruppenführer wird es in den nächsten Wochen geben.

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