Überregionaler Einsatz des Gefahrgutzuges auf der A29

LK Oldenburg - Am Dienstag war es auf der A29 bei Ahlhorn zu einem Gefahrgutunfall gekommen. Ein LKW hatte die Mittelleitplanke durchbrochen und war umgekippt. Gefahrstoffe liefen aus. Der Gefahrgutzug des Landkreis Leer wurde am späten Abend ebenfalls angefordert.

Gegen 22 Uhr kam über die Großleitstelle Oldenburg die Anfrage für den Einsatz der Leeraner Kräfte. Grund dafür war ein spezielles Messgerät, der First Defender, der mit seiner Technik nahezu alle Gefahrstoffe analysieren und bestimmen kann. Das nächste Vergleichbare Messgerät ist in Hamburg stationiert.


Der Einsatz des First Defender ist erforderlich geworden, weil sich auf der Ladung des LKW wohl Behälter befanden, die nicht auf den Ladepapieren deklariert waren. Um bei der Bergung des LKW eine denkbare chemische Reaktion mit den anderen Stoffen ausschließen zu können musste der Inhalt dieser Behälter bestimmt werden.


Die Probenentnahme gestaltete sich dann aber schwierig und der LKW musste zuerst aufgerichtet werden. Letztlich konnten die Stoffe aber bestimmt werden. Es handelte sich dabei, wie bei den anderen Behältern um Methylendiphenyldiisocyanat, kurz MDI, ein chemischer Grundstoff für Isolierschäume und Klebstoffe. Der Stoff kann bei Wärme schnell reagieren und gilt zudem als krebseregend nach EG Kategorie 2 und gesundheitsgefährdend.

Neben den Feuerwehren und Gefahrguteinheiten aus dem Landkreis Oldenburg und der Messeinheit aus Leer, waren auch Experten der TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) und der Werkfeuerwehr des Herstellers von MDI vor Ort. Nach der Stoffanalyse konnte die Bergung der Gefahrstoffe und des LKWs beginnen. Der Einsatz der Leeraner Kräfte endete gegen 3 Uhr in der Nacht.



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